3. Reise 08.10.2001 - 28.01.2002
Südamerika Venezuela – Kolumbien – Ecuador - Peru ca. 6.000 km

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Reiseroute
Reisebilder
Reisebeschreibung

Reiseroute ca. 6.000 km

Caracas – Porto Cabello – Valensia - Barquisimeto – Acarigua – Barinas –San Christobal – Cucuta (Col.) – Bucaramanga – Socorro – Bogota – Cartago – Cali –PopayanPasto – Ipiales – Tulcan (Ecu.) – Quito – Guayaquil – Tumpes (Per.) – Sullana – Piura – Cuenca Ecu.) – Quito

Bilder von der Reise

Hier gibt es einige Bilder von meiner Reise

Reisebeschreibung

Am 08. Oktober 2001 war es so weit. Es war kalt und der Tag meines Abfluges um 12:15 nachmittags, meine Sachen sind gepackt, das Fahrrad in Ordnung und um 04:00 Uhr bin ich aufgestanden und habe noch einmal Kaffe getrunken, die Sicherungen in meiner Wohnung ausgeschaltet, und die Heizung runter gedreht. Während meiner Abwesenheit schaut meine Schwester nach dem Rechten und gießt die Pflanzen, erledigt die Bank und Post Sachen. Eine Frau, die jeden Morgen mit mir im Bus zur Arbeit fährt, und großen Anteil an meinen Reisen nimmt, sagte, wo geht es denn nun schon wieder hin. Ich sagte nach Süd Amerika und sie antwortete: Je oller desto doller!  Mit der S-Bahn ging es nach Frankfurt zum Flughafen. Auf dem Flughafen sah ich den Ereignissen, die immer beim Abflug auf mich zu kommen, entgegen. Mit dem Fahrrad ist das immer so ein Problem, ich hatte ja die Zusage von der Fluggesellschaft, dass mein Fahrrad nicht verpackt werden muss, das war auch so in Frankfurt.

Die Abfertigung am Schalter war ohne Probleme aber beim Zoll gab es Probleme mit meiner  kleinen Taschenlampe (Laser) am Schlüssel-Bund, da sie aussah wie eine Pistole. Der Zöllner hatte auch etwas gegen meinen Gabelschlüssel, um am Zielort schnell meine Pedale anzuschrauben. Sie sagten, ich soll zum Schalter zurück gehen und es zum Gepäck dazu geben. Aber es war zu spät, alles war schon im Flugzeug. Also habe ich es verschenkt. Beim Zoll zurück wollten sie mir auch mein restliches Werkzeug wegnehmen, aber ein Zöllner hat das gehört und sagte „des is en Määnser, den kenn ich, der braucht des für sei Fahrrad" mittlerweile war es schon 11:30 und ich musste an Bord gehen. Der nächste Flughafen ist Newark bei New York. Hier musste ich komplett auschecken und wieder neu durch den Zoll (11. Sept.). Und da ging es los: am Zoll musste ich dann mein Gabel-Schlüssel abgeben: verboten im Handgepäck. Hätte ich nur meinen Koffer wieder ans Fahrrad geschraubt, denn mein Fahrrad musste komplett in einen Karton verpackt werden und ich sollte 100,- $ zahlen. Ich sagte, ich zahle nichts und Verpacken O.K. Eine Frau, die dafür zuständig war, sagte nach einigem Hin und Her ich brauche nichts zu zahlen. Vielleicht wegen meinen blauen Augen oder die Zeit war zu knapp geworden. Aber das kenne ich schon von früheren Flügen.

Um 23:30 Uhr sind wir dann in Caracas gelandet. Das Essen war gut und ich habe fast die ganze Zeit des Fluges geschlafen. Ich verließ das Flugzeug und das Erste, was ich sah, war eine Wechselstube, ich wollte 100 $ wechseln aber, oh Schreck, ich hatte meine Tasche mit allen Schecks, Reisepapieren und Reisepass im Flugzeug liegen lassen. Die ersten Anzeichen von Alzheimer? Jetzt stand ich da, niemand zu sehen und ganz allein, nach 10 Minuten kam eine Frau, die habe ich gefragt, was ich tun sollte, um an meine Tasche zu kommen, gut, dass ich etwas Spanisch kann. Sie sagte mir, ich sollte zur Continental Airlines gehen und die würden mir helfen, aber ich sollte mich beeilen, denn es ist schon 01:00 Uhr. Gesagt getan, es waren noch einige Leute anwesend, nur Frauen, aber die waren so nett und sind mit mir zurück ins Flugzeug gegangen und haben mir meine Tasche, die unter den Wolldecken lag, gegeben. Die Frau in der Wechselstube war um 2 Uhr auch noch da, hat extra gewartet und mir 200,- $ gewechselt etwa 180.000 Bolivar. Nach dem Zoll musste ich wieder mein Gepäck ans Fahrrad schrauben, viele Neugierige waren da und jeder wollte mir helfen, sehr nett, aber ich mache es lieber alleine. Am schlimmsten sind die Taxi-Fahrer, die wollten mich die 30 km nach Caracas fahren, denn mit dem Fahrrad geht es nicht, die Strecke ist Maut pflichtig. Ich bin bis um 6 Uhr morgens in einer Raststätte im Flughafen geblieben. Als ich nach draußen ging, bekam ich den obligatorischen Schlag durch die Hitze zu spüren, in Deutschland 0 Grad und hier 35° warm aber angenehm. Ich bin natürlich nicht die Hauptstraße nach Caracas gefahren, sondern eine Nebenstraße. Da war es so dreckig und die Straße war so mit Schlaglöchern übersät. Da es ja steil bergauf ging, konnte ich nur schieben. Überall wurde ich angesprochen, ich sollte nicht hier nach Caracas fahren, denn es wäre zu gefährlich für einen Fremden. Wer mich kennt, weiss, dass ich jetzt erst recht fahren oder schieben würde. Nach etwa 3 km kam ein 10 Jahre alter Junge zu mir und hielt mir eine Pistole an meinen Kopf und sagte Dollar, zur selben Zeit sah ich auf der anderen Straßenseite eine ältere Frau mit einem Besen auf uns zu laufen und sie verjagte den Jungen, der auch weglief und die Pistole fiel auf den Boden und war nicht geladen, aber wer weiss das schon. Wie es sich rausstellte, war es die Oma und sie entschuldigte sich bei mir, mulmig war es mir jedenfalls doch. Die ältere Dame hat mich zu einem Kaffee eingeladen, was ich annahm. Wir unterhielten uns über den Enkel und sie sagte, er ist ein ganz lieber Junge, aber da wir arm sind und er in Caracas die gleichaltrigen Kinder sieht mit neuen Jeans, Handy und vieles mehr und er nicht, ist er bestimmt dazu ermutigt worden, dem deppen Mainzer mit dem Fahrrad etwas Geld abzunehmen! Aber wo hat er die Pistole her, keine Antwort! Nach 1 Stunde bin ich gegangen und habe 10.000 Bolivar auf den Tisch gelegt und sagte: Es ist bald Weihnachten und sie sollte ihm ein paar neue Jeans kaufen, ich sah Tränen in ihren Augen. Ich sagte adios und ging, aber ich fuhr nicht mehr weiter hoch sondern fuhr wieder zurück zur Mautstelle am Flughafen. An der Kasse habe ich gefragt, ob ich mit meinem Fahrrad hier fahren darf, die Antwort: Nein! Aber die junge Frau an der Kasse rief eine Polizistin und die hat einen kleinen Laster angehalten und sagte, er sollte mich mitnehmen und er hat es ohne einen Mucks gemacht. Unterwegs habe ich mich mit ihm unterhalten und als er hörte, dass ich kein Ami (Gringo) bin, war alles OK. Ich sagte, ich bin Deutscher und er lud mich sogar in Caracas zu einem Kaffee ein. In Caracas habe ich mir ein Zimmer gesucht, wo ich eine Nacht blieb. Ich musste mich ja erst an die neue Umgebung anpassen. Der Verkehr ist schlimm in der Hauptstadt und auf mein Fahrrad muss ich besonders aufpassen, denn ich wurde laufend gewarnt vor Dieben. Es ist halt mein größtes Problem in ganz Südamerika, wen ich alleine unterwegs bin. Aber ich wollte es ja so und darf mich nicht beklagen.

Fortsetzung folgt...

 

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Stand: 02. September 2004