4. Reise 03.06.2002 - 08.09.2002
Indonesien (Bali-Java-Sumatra) - Malaysia - Singapur - Thailand

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Reiseroute
Reisebilder
Reisebeschreibung

Reiseroute ca. 7.000 km

Bali:
Kuta – Denspasar – Gianyar – Candi – Amlapura – Kubutambahan – Seririt – Pupuan – Mendaya – Negara – Gilimanuk

Java:
Banyuwangi – Jember – Probolinggo – Pasuruan – Surabaya – Jombang – Madiun – Surakarta – Yogyakarta – Kebumen – Tasikmalaya – Bandung – Karawang – Jakarta – Serang – Marak –

Sumatra:
Bakauhemi – Bandarlampung – Raturaja – Prabumulih – Palembang – Babat – Sekayu – Lubuklinggau – Curup – Bengkulu –Painan – Padang – Bukittinggi – Bangkinang – Pekanbaru – Dumai.

Malaysia:
Kuala Lumpur – Melaka – Batu-Pahat – Johor Baharu – Singapur – Mersing – Kuantan – Kuala Terengganu – Kota - Baharu.

Thailand:
Kolok – Yala – Hat Yai – Sadao.

Malaysia:
Alor Setar – Sungai Petarin – Taiping – Ipoh – Kampar – Kuala Lumpur.

 

Bilder von der Reise

Hier gibt es einige Bilder von meiner Reise

Reisebeschreibung

Gefahrene Kilometer auf: Bali ca. 800 km, Java 1.800 km, Sumatra 3.200 km. Gesamt ca. 6.000 km

Am 03. Juni 2002 war es wieder so weit. Ich flog mit der Malaysia Airlines von Frankfurt aus nach Denpasar auf Bali. In Malaysia: Kuala Lumpur wurde eine Zwischenlandung gemacht, wo ich 8 Stunden Aufenthalt hatte. Auf Bali kam ich um 20:30 Uhr an und bekam den ersten negativen Hinweis: das Visum, welches ich in Frankfurt bekommen habe auf dem General Konsulat von Indonesien, war in meinem Reisepass ungültig und so hatte ich nur ein Touristen-Visum, das nur für 60 Tage gültig war. Da ich aber 4 Monaten bleiben wollte, war es für mich schlecht, den ich musste nach 2 Monaten ausreisen! So, dies war der erste Schock und der zweite kam auch gleich, als ich mein Fahrrad sah, es fehlten die Pedale. die ich ja abmachen musste und auf dem Gepäckträger fest gebunden hatte. Sie waren nicht mehr am Fahrrad, sie wurden gestohlen und alles war aufgemacht worden, aber es fehlten nur die Pedale. Durch den Zoll ging es ohne Probleme, draußen war es schon lange dunkel und als ich das Flughafen Gebäude verließ, hatte ich den ersten Kontakt mit der Hitze: 38°. Ich ging oder ich schob mein Fahrrad etwa 3 km und fand einen Platz, wo ich schlafen konnte, aber wie so oft war ich nach 10 Minuten nicht mehr allein. Einheimische haben mich gesehen und gefragt, wo ich herkomme und was ich vor habe. Ich erzählte, dass ich bis Sumatra fahren möchte und leider keine Pedalen mehr habe, da haben sie gelacht und auch sofort zu helfen versucht. 2 junge Männer sind mit dem Moped weggefahren und sind nach 10 Minuten mit einem alten Kinder-Fahrrad wieder gekommen, ein 15 Gabel-Schlüssel und die Pedalen waren ab und sie passten auf mein Gewinde. Na ja, alles aus Korea. Im nachhinein: sie haben 3.000 km gehalten. Auf einer alten Bank in einem Hinterhof habe ich dann die erste Nacht verbracht und habe schlecht geschlafen. Es war ja auch die erste Nacht und ich musste immer acht geben. Aber ein Hund hat immer gebellt, wenn ein Fremder kam. Um 6 Uhr ist es hell geworden und ich bin in die Stadt Denpasar gefahren. Ich musste jetzt besonders aufpassen, denn hier herrscht Linksverkehr und man muss sich auch mit dem Fahrrad dran gewöhnen, aber das war nicht so schlimm. Den ganzen Tag bin ich in Denpasar umher gefahren und habe eine Straßen-Karte von Bali bis Sumatra gesucht, habe aber keine bekommen. Am Abend habe ich mir ein Hotel gesucht und auch gefunden,  für 55.000 Rubin, das sind etwa 6,40 €. Hätte ich in einem Losman Hotel übernachtet, hätte ich nur 20.000 – 30.000 Rubin bezahlt, 2,3-3,5.

Heute war auch ein Länderspiel der Deutschen Elf gegen Irland, aber ich konnte es nicht sehen, denn das Hotel hatte kein Fernsehen auf den Zimmern. Ich habe gut geschlafen und bin erst um 8 Uhr aufgestanden, habe mir Kaffee gekocht und gut gefrühstückt. Vom Hotelpersonal bekam ich auch eine Karte von Bali. Was war das ein Problem aus Denpasar mit dem Fahrrad die Stadt zu verlassen! Ich fuhr Richtung Norden, ich wollte nach Ciayar. Einige, die ich gefragt habe nach dem Weg, haben mich verkehrt geschickt und andere haben mir toll geholfen. Als ich am Abend aus der Stadt war, ist es dunkel geworden. Ich suchte mir einen schönen versteckten Schlafplatz und bin auch gleich eingeschlafen. Die Nacht war sternenklar und sehr warm, ich wurde öfters wach, ich musste mich ja auch erst an die Wetterlage gewöhnen! Da ich ja in der Nähe des Äquators war, wurde es morgens um 6 Uhr hell und die Sonne kommt in 15 Minuten zum Vorschein. So ist es auch am Abend, innerhalb von 15 Minuten ist es dunkel. Heute war mein dritter Tag auf Bali, nach einem guten Frühstück bin ich nun nach Semarapura gefahren. Ich wollte die Insel umrunden, über Amlapura fuhr ich in Richtung Norden bis Singaraya, von wo  ich wieder nach Süden gefahren bin nach Tabanan. Die Menschen hier waren alle sehr freundlich zu mir und besonders hat mir das gute Abschneiden der Deutschen Fußballer geholfen, viele Männer haben mir nach dem Sieg gegen Irland gratuliert und weiter alles gute gewünscht. Ich sagte immer, wir werden Weltmeister! In Tabanan bin ich über Soka nach Negara geradelt.  Da es der Anfang meiner Reise war, musste ich mich noch sehr anstrengen und meine überflüssigen Pfunde erst abradeln. Nach einer Woche hatte ich schon 4 Kilo abgenommen, am Ende waren es 10 kg. Von Negara fuhr ich weiter nach Gilimanu, wo ich am 10. Juni ankam, an diesem Tage war mein 59ter Geburtstag. Ich habe einen Tag Pause eingelegt und habe versucht etwas Indonesisch zu lernen, aber ich glaube, ich lerne es nie! Aber am Ende meiner Reise konnte ich mich gut verständigen und auch reden. Also, ich habe es doch gelernt! Das war meine erste Woche in Indonesien, jeden Tag schönes Wetter und kein Regen, einmal war ich baden, das Wasser glasklar und so um die 30° warm, etwas zu warm.

Am 10.06.02, es war Montag und mein letzter Tag auf Bali. Heute hatte ich Geburtstag und bin 59 Jahre alt geworden. Gefeiert habe ich nicht, ich habe mich lieber mit den Leuten unterhalten um Indonesisch zu lernen. Ich habe mir ein Hotel am Abend gesucht, ein gutes mit TV um ein Fußball-Spiel von der WM zu sehen. Ich habe auch eins gefunden mit TV und einem Wannenbad, was sehr selten ist, 11.000 Rp, das Baden hat gut getan! Bin am nächsten Tag um 8 Uhr aufgestanden und habe mein Fahrrad gepackt und bin zum Hafen von Gilimanuk gefahren, sehr starker Bus- und Lastwagen-Verkehr, alles Autos, die in Deutschland über keinen Tüv mehr kommen würden, am schlimmsten sind die Abgase! Einige Autofahrer machten sich einen Spaß daraus, wenn ich hinter oder neben einem Fahrzeug stand, wurde kräftig Gas gegeben und die schwarzen Rauchschwaden habe ich immer abbekommen. Jetzt wisst Ihr auch, warum ein Wannenbad so schön ist. Eine Fähre habe ich gleich bekommen, 3.000 Rp. etwa 0,35 €. Die Fahrt dauerte etwa 1 Stunde und ich kam um 14:00 Uhr in Banyuwangi auf Java an. Wenn ich so überlege, vor 50 Jahren haben wir Filme von Bali-Java-Sumatra in der Schule gesehen und haben davon geträumt  einmal dorthin zu fahren und heute bin ich selbst hier. Ich finde es unglaublich, dass ich mit 59 Jahren das erleben darf und dies noch auf einem Fahrrad! Ich bin auch gleich weiter gefahren. Es war sehr heiß und der Himmel wolkenlos, das ist schon so seit ich in Indonesien bin. Am Strassenrand habe ich eine Pause eingelegt um etwas zu essen, da stand ein altes Fahrrad mit einem Seitenwagen, wo ein Kocher und alles mögliche zum kochen eingebaut ist. Ich habe eine Nudelsuppe gegessen mit Fleischklössen, das hat sehr gut geschmeckt und gekostet hat es 0,25 Rp. Am Schluss habe ich von dem sogenannten Koch erfahren: Es sind alles Fertiggerichte von Maggi. Die Autofahrer waren wieder sehr schlimm, hier hat nur der stärkere Recht und du als Radfahrer hast dich zu fügen, aber wer mich kennt weiss, dass ich mir so manches nicht gefallen lasse. Ich habe mir 5 rohe Eier gekauft und sie in meiner Tasche verstaut und wenn ein Autofahrer zu nahe oder verkehrt überholt hat, habe ich auch mal mit Eiern geschmissen, bei der Hitze  Dotter auf der Windschutz-Scheibe ist auch nicht angenehm. Meine Uhr habe ich auch umstellen müssen, nun waren es 6 Stunden, die wir vor Europa sind. Ich habe auch gehört, daas in den Losman Hotels billig Unterkunft zu bekommen ist, wenn was frei war.  Heute habe ich ein Zimmer bekommen für 20.000 Rp. etwa 2,30 €. Aber fragt nicht, wie die Zimmer manchmal aussahen, von sehr gut bis sehr schlecht und überall hat sich etwas bewegt, entweder an der Decke, am Boden oder manchmal auch im Bett. Aber wer so eine Reise macht wie ich, muss damit leben, ich bin es ja auch schon von Südamerika her gewöhnt. Am 12.06.02 bin ich früh losgefahren, denn ich wollte nach Jember und da Indonesien viele Vulkane hat,  bin ich heute in die Berge gekommen. 2 Vulkane waren hier so um die 3.000 m hoch und die Strassen waren gut, aber die Steigungen waren sehr steil und ich musste oft absteigen und schieben. Nach 30 km fing es sehr stark an zu regnen (der erste Regen). Ich habe auch Unterschlupf gefunden bei Waldarbeitern, die hatten eine kleine Hütte, es waren 2 Mann, die haben gesagt: Ich kann hier bleiben und auch schlafen. Ein TV war auch da und ich konnte sogar ein Spiel von der WM sehen, geschlafen wurde auf dem Boden. Von den Männern bekam ich Obst, welches ich noch nie gegessen habe, aber es war sehr gut und hat gut geschmeckt. Da keiner von Ihnen Englisch sprechen konnte, musste ich mich mit Ihnen auf indonesisch unterhalten und so wurden meine Sprachkenntnisse immer besser. Nachdem die Waldarbeiter ihr morgendliches Gebet hinter sich gebracht haben, bin ich um 07:00 Uhr losgefahren nein geschoben, nach 4 Stunden und 18 km geschoben, bin ich oben auf dem Berg angekommen. Ich bin fast nur im Urwald gewesen und es gab viele Affen, die in den Bäumen umhergesprungen sind und einen fürchterlichen Krach machten. Auch viele Schlangen sah ich, leider die meisten tot gefahren. So, nun ging es bergab 30 km. Wer meint, es ist schön zu fahren, der irrt sich gewaltig, wie gesagt die Autos, dann der Randstreifen war manchmal bis 50 cm tief und auch ein Stück der Strasse ist abgebrochen und nur noch die Hälfte der Strasse da. Nach einem Regen gibt es ja viele Pfützen, aber das ist sehr gefährlich, man sieht nicht, wie tief so eine Pfütze ist, und die kann schon mal bis zu 1 Meter tief sein und dann ist das Vorderrad kaputt. Also, man musste immer aufmerksam sein und  schlimm war auch das Gehupe der Autofahrer. Die Hupe ist, glaube ich, das liebste Spielzeug der Indonesier. Nach dem Regen war es sehr schwül und es war anstrengend zu fahren oder zu schieben, aber eins muss ich einmal sagen, es kann noch so anstrengend oder schwierig gewesen sein, wenn man am Abend im Zelt oder Bett liegt, ist alles vergessen und nur das Schöne bleibt in Erinnerung. Über Jember und Lumaiang ging es nach Probolingo. Ich bin an einem ganz bekannten Vulkan vorbeigefahren, Bromo 2.392 m hoch, angeblich Sitz der Götter. Hier ist der Islam sehr stark vertreten, alle Frauen tragen Kopftücher und auf der Strasse sind Sperren, an denen Geld gesammelt wird für den Bau oder Umbau einer Moschee! In Probolingo habe ich ein Ehepaar von Indonesien kennen gelernt, sie ist Ärztin und sie haben mich eingeladen bei ihnen zu schlafen, was ich auch annahm. Es war sehr schön einmal die Probleme von einem anderen Land zu hören, aber am Ende habe ich festgestellt, dass es uns in Deutschland sehr gut geht! Wir können den Wasserhahnen aufdrehen und können trinken. In ganz Indonesien gibt es kein sauberes Wasser aus der Leitung, man muss es abkochen oder kaufen; ich selbst habe jeden Tag 3-4 Liter Wasser gekauft. Was mich am meisten gefreut hat: Ich habe von ganz Indonesien Straßenkarten bekommen, welche ich sehr gut gebrauchen konnte. Bin am Morgen um 04.30 Uhr geweckt worden von dem Beten auf der Moschee, das ja mit Lautsprechern ganz laut übertragen wird. Nach dem Frühstück bin ich losgefahren: ich habe noch 106 Tage vor mir und bin schon 1.184 Km gefahren. Meinen ersten und einzigen Platten hatte ich auch schon, zum Glück vorne. Als ich am Straßenrand meinen Schlauch wechselte haben gleich 20 - 30 Männer und Kinder um mich herum gestanden und jeder wollte mir Ratschläge geben, ich war froh, dass ich nach 20 Minuten fertig war. Der Verkehr war heute wieder besonders schlimm, von meinen 5 Eiern hatte ich noch eins. Es hat sich keiner beschwert, weil ich mit den Eiern geworfen habe. Heute Nacht werde ich zum ersten Mal im Freien schlafen, ich war an einem großen Wasserfall und für mich ganz allein. Wenn man so im Zelt liegt und die Geräusche so um sich hört, die Affen schreien, ist an Einschlafen nicht zu denken, aber wenn die Müdigkeit kommt, schläft man doch ein! Am nächsten Tag habe ich geduscht, einige Sachen gewaschen, es trocknet ja schnell, aber auch das Wasser musste ich, obwohl es aus einer Gebirgsnische kommt, abkochen, denn es war nicht sauber. Heute bin ich nur im Urwald gefahren, ich bin auf einer Nebenstraße mit wenig Verkehr, gegen 12:00 Uhr habe ich Pause gemacht und mir etwas zu Essen gekocht, weit und breit war niemand zu sehen aber nach 10 Minuten waren auf einmal 20 Kinder bei mir. Wo die auf einmal hergekommen sind,  weiss ich nicht, kein Haus oder Haltestelle waren zu sehen, aber es war schlimm, man muss alles im Auge haben, sonst fehlt etwas. Am Abend bin ich in Surabaya angekommen, eine große Stadt im Nord-Osten von Java, wo ich einen Tag Pause machte. Ich hatte ein gutes Hotel und es gab nette Leute. Es ist eine große Hafen-Stadt. Mein Weg ging weiter nach Madiun  in den Bergen, zwar nicht hoch, so um die 500 m, aber die Anstiege sind sehr steil, da war mit Fahren nichts drin.

Weiter ging es wie jeden Tag: Aufwachen, über den vergangenen Tag nachdenken und alles in einen kleinen Computer eingeben, was ich so erlebt und gesehen habe. Auf meinem Weltempfänger habe ich morgens immer die Deutsche Welle gehört und war somit immer auf dem Laufenden, was in Deutschland und in der Welt so passiert. Danach Kaffee trinken und  Checken von meinem Fahrrad: ich muss sagen, mit meinem Fahrrad habe ich auf der ganzen Tour keine Probleme gehabt, ein Platten, ein Bremszug ist gerissen und ein Mantel am Hinterrad musste ich wechseln, und das bei mehr als 7.000 km. Heute war so ein Tag, wo alles gut ging, ich bin gut vorangekommen, bin 110 km geradelt, es gab kaum Berge und wenig Verkehr. Da ich ja nicht nur die Hauptstrassen fahre, komme ich auch öfters an kleineren Orten vorbei. So eine Ortschaft besteht aus einer Moschee, 20-30 Häusern, die alle auf Pfählen und aus Holz gebaut sind. Da ich oft eingeladen wurde, konnte ich  sehen, wie die Leute so leben, aber ein moderner großer Fernseher war in jeder Hütte vorhanden. Auf dem Weg nach Yoyakarta  musste ich über ein Gebirge fahren, so steil habe ich es noch nie gesehen, beim Schieben bin ich immer weg gerutscht und es war sehr anstrengend, ca. 40 km, also einen Tag habe ich gebraucht.  Yoyakarta ist eine Touristenstadt und ich habe viele Australier und Japaner getroffen. Die Japaner haben gefragt, ob ich auch einmal nach Japan kommen würde, ich sagte, ich habe es vor und so habe ich viele Adressen bekommen und habe Anlaufstellen, wenn ich einmal bei einer meiner nächsten Reisen in Japan bin. Es ist einfach wunderbar,  alles ist grün, die Blumen leuchten in den schönsten Farben und dann das Obst: ich habe noch nie so viel Obst gegessen wie hier und fast alles selbst gepflückt, da waren Sachen dabei, die kannte ich nicht mit Namen geschweige denn habe sie je gegessen. Ich bin heute langsam gefahren, da es sehr heiß war und sehr starker Verkehr, ich bin wieder 3 Eier losgeworden, die Lastwagenfahrer sind hier schlimm; du als Radfahrer bist nichts, aber ich bin immer gut durchgekommen, ich muss sagen, wenn ich so andere Radler getroffen habe, die sind alle schon einmal schwer gestürzt. Ich bin in den 3 Jahren, wo ich unterwegs bin,  nicht einmal gestürzt. In Semarng habe ich einen Tag Pause gemacht, so dass ich meine Kleider einmal waschen konnte in einem Waschsalon, was dringend nötig war. In Tegal habe ich mitten in der Stadt mein Essen gekocht, da haben mehr als 100 Leute zugeschaut, jeder hat mir Tipps geben wollen oder wusste es besser als ich. In der Nähe war ein Bekleidungsgeschäft und der Besitzer kam zu mir und hat mich eingeladen, ihn im Geschäft zu besuchen. Es war ein Chinese, wie immer sehr freundlich, sie haben mir Wasser und zu Essen für unterwegs gegeben und der Höhepunkt war, ich bekam eine Hose und ein T-Shirt geschenkt. Ich blieb 3 Stunden, da die Presse noch kam und Bilder gemacht wurden für die Tageszeitung hier. Heute waren es noch 100 Tage bis zu meiner Heimreise! Ich bin in Kebumen losgefahren um 05:00 Uhr, es wurde ein heißer Tag vorausgesagt! Es war auch wirklich heiß und da ich ja fast nur im Urwald gefahren bin, habe ich kaum den Himmel sehen können und dadurch ist es auch sehr schwül gewesen, geschwitzt habe ich sehr stark, aber ich persönlich habe keine Probleme damit gehabt es wurde halt etwas öfter Pause gemacht und ich habe auch mal geschlafen. Auch das war interessant: wenn ich Pause machte im Urwald am Rande der Straße und ich habe keine Hütte oder Rauch gesehen, nach 10 Minuten waren immer 10-20 Kinder anwesend. Dasselbe wars, wenn ich essen gegangen bin, jeder hat mich beobachtet, wie ich esse, mit Messer und Gabel oder wie sie mit den Fingern. Ich habe auch manchmal mit den Fingern essen müssen, wenn es in einem kleinen Ort keine Gaststätte gab und ich eingeladen wurde. Fragt mich bitte nicht, was ich alles gegessen habe, ich weiss es nicht und will es auch nicht wissen, es hat immer gut geschmeckt, war gut, ich bin satt geworden und habe keinen Durchfall und Bauchschmerzen bekommen, also war das Essen gut! Ich habe nun die Insel Java von Süden nach Norden durchquert und bin am 25. Juni in Inramayu angekommen. Überall wurde ich gefragt, ob wir Deutschen gewinnen werden, ich sagte immer ja und ich hatte überall, wo ich hinkam Vorteile durch das gute Auftreten und Spielen der Deutschen Nationalmannschaft! Jetzt kam das erste große Problem auf mich zu: in 6 Banken bekam ich keine Euro-Travellerschecks eingelöst. Ich bin in eine Bank gegangen und sah einen Angestellten am Computer spielen, der zweite las Zeitung. Ich fragte, ob sie mir die Schecks wechseln könnten. Nach 3 Minuten legte der eine seine Zeitung beiseite und kam zu mir. Er nahm die Schecks und sagte, oh, neues Euro Geld, das habe ich noch nicht gesehen. Er nahm einen Schein und kopierte ihn ein paar mal. Nach 10 Minuten sagte er dann: Euro werde nicht gewechselt. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich  noch nicht, dass Indonesien keine Euro anerkennt, nur Dollar. Was ich den Angestellten alles gesagt habe (nur in Deutsch) war schon schlimm! Noch keine 5 Minuten und die Polizei war in der Bank und ich war schneller draußen wie ich reingekommen war. Zum Glück hatte ich noch 100,- Dollar von meiner letzten Reise, die habe ich in einer anderen Bank gewechselt. Ich bekam 854.000 Rupien dafür, dass ist in Indonesien sehr viel Geld, ich konnte davon 3 Wochen leben. Es war der 29.Juni und wieder sehr heiß, keine Wolken am Himmel. Ich hörte immer im Radio, dass es in Deutschland kalt wäre und viel regnet, Regen hätte ich auch einmal gerne gehabt. Ich war mittags um 14:00 Uhr in Karawang, das sind 70 km vor Jakarta. Ich habe ein gutes Hotel gefunden mit TV, den heute spielte die Türkei gegen Korea! Am nächsten Morgen fuhr ich nach Jakarta, denn ich musste in die Deutsche Botschaft, denn das 2.Problem, was ich hatte, war das Visum. In Frankfurt habe ich ein Visum ausgestellt bekommen, das ist in Indonesien gar nichts wert. Ich habe nur ein Touristen Visum und das gilt nur 60 Tage, also musste ich am 04.08. nach Malaysia ausreisen und ich wollte in der Botschaft fragen, ob es eine Verlängerung gibt. Als ich in Jakarta ankam hatte ich 2136 Km auf meinem Kilometerzähler! Hier ist ein Verkehr, kaum zu glauben, es wird kreuz und quer gefahren, gehupt, geschrien und die Polizei sieht zu und macht nichts. Was soll sie auch machen und so bin ich auch gefahren trotz Linksverkehr bin ich rechts wie links gefahren, das Durchschlängeln war gar nicht so einfach mit meinem Gepäck, aber nichts ist unmöglich. Was ja mein Wahlspruch ist. Am Mittag habe ich endlich die Botschaft gefunden, die war wie immer schon ab 12:00 Uhr geschlossen. Also einen Tag länger bleiben! Da ja das Endspiel heute war suchte ich mir ein schönes Hotel für 120 000 Rp mit TV. Ich habe ganz alleine das Spiel gesehen, leider verloren. Aber dafür habe ich gewonnen mit der schönen Reise. In der Botschaft am nächsten Tag habe ich keine Hilfe bekommen und mir wurde auch nicht gesagt, ob es geht mit dem Visum. Heute weiss ich, es geht nicht, das hätten die mir auch sagen können, so musste ich in Dumai bei der Ausreise 20 Dollar Strafe zahlen, weil ich 1 Tag länger in Indonesien geblieben bin, einen Tag weniger Pause und es wäre gut gewesen. So bin ich weiter gefahren nach Serang Hafenstadt nach Sumatra. Im ganzen bin ich nun 2.206 Km gefahren. Am nächsten Morgen ging es nach Sumatra, ich selbst fühlte mich sehr wohl und hatte keine Probleme. Gesundheitlich fühlte ich mich fit wie ein Turnschuh, auch meine Braut, das Fahrrad, ist OK. Wieso Braut? Das kommt daher, weil jeder mich fragt, was meine Frau dazu sagt, so lange weg von zu Hause. Wenn ich sage, ich bin schon 20 Jahre glücklich geschieden und sage, mein Fahrrad ist meine Frau, lachen sie immer. Wenn ich sage, ich habe aber 2 Kinder,  ist alles wieder in Ordnung. Ich sage immer mit dem Fahrrad gibt es keinen Ärger wenn ich nach einem anderem Rad schaue, aber wenn ich verheiratet wäre und nach einer anderen Frau sehe, gibt’s Theater,  also bin ich mit meiner Braut besser dran.

Am 03.07.02 habe ich übergesetzt nach Sumatra. Das Wort Sumatra ist wie ein Traum, als kleiner Junge habe ich die Sanala-Bilder gesammelt und von diesen Ländern geträumt und heute mit 59 Jahren fahre ich mit dem Fahrrad durch die Inseln von Indonesien, einfach traumhaft. Ich bin auch ein wenig stolz darauf, es gemacht zu haben, meinen Jugendtraum zu verwirklichen. Ich glaube, da brauche ich noch einige Tage um es wirklich zu begreifen, mit dem Fahrrad so eine Reise gemacht zu haben. Morgens bin ich um 7 Uhr im Hafen von Merak gewesen. Die Überfahrt mit einem Schnellboot kostete 20.000 Rp das sind 2,35 €, sehr billig für 2 Stunden Fahrt, an Bord ging das Feilschen los: die Besatzung wollte mein Fahrrad nicht mit ins Boot nehmen, ich sollte es aufs Dach legen. Ich hätte alles abmachen müssen und ich sagte nein, 10 000 Rp haben es möglich gemacht. In Sumatra angekommen stand der Hafen voll mit Lastwagen und Bussen, die alle nach Java fahren wollten. Ein Betrieb, kaum zu glauben, bin auch gleich weiter gefahren nach Bandarlampung. Die Autos haben über 15 km gestanden. Ich bin eingeladen worden zum Kaffe trinken und jeder wollte wissen wo ich herkomme, einfach super. Unterwegs hat mich ein Taxi überholt mit auf dem Dach einer Span-platte,5 mm dick, die mit der Hand festgehalten wurde oder auch nicht, auf jeden Fall, als das Taxi vorbeifuhr, flog die Platte wie ein Stück Papier vor mein Fahrrad, es hätte auch mir den Kopf abschlagen können; der Mann sagte nur Maff, das heißt auf indonesisch "Entschuldigung" und die Sache war erledigt. Am Abend bin ich in Bandarlampung angekommen, habe nach einem Hotel gefragt und die Leute, die ich fragte haben mich spontan in ihr Haus eingeladen, wo ich auch schlafen konnte. Zu Essen gab es auch, bis nachts haben wir uns unterhalten über alles: Religion, 11. September, Europa und natürlich über meine Reise. Da muss ich einmal etwas sagen, es ist wunderschön, wenn man Sprachen kann, man lernt viel mehr dazu und der Horizont erweitert sich auch! Ich habe mir einen Tag Zeit genommen und versucht, Cheques zu wechseln, 6 Banken habe ich aufgesucht und überall nein. Also bin ich zur Zeitung in der Stadt gegangen und die sind mit mir zu einer großen Bank in der Stadt gegangen und da habe ich dann erfahren, dass Indonesien Euro nicht eintauscht. Wenn ich es gleich gewusst hätte, hätte ich auch keine Probleme vorher gehabt. Wir gingen zu einem Money-Changer, der hatte ein Büro in Singapur und er hat mir 200,- € gewechselt natürlich mit Verlust! Ich habe über E-Mail meine Schwester benachrichtigt und die Sparkasse in Mainz hat sich auch entschuldigt, aber das hat mir auch nicht geholfen. Wir haben dann ausgemacht, die Sparkasse soll auf eine Bank in Pekanbaru 400,- € auf meinen Namen überweisen. So, nun konnte es weitergehen, aber sauer war ich trotzdem. Ich bin nach Kotabum gefahren, alles durch die Berge, da gibt es auch 3.000 m hohe Berge! Von Kotabum wollte ich in Richtung Norden fahren aber Studenten haben mir einen falschen Weg gezeigt und ich bin Richtung Küste im Süden gefahren. Bis ich es gemerkt hatte war ich schon 20 km gefahren. Ich bin weiter gefahren und am Ende war es auch schön gewesen, diese Strecke zu fahren, ich dachte es geht an der Küste entlang und keine Berge, aber leider war es nicht so: nur steile Berge. An einem großen See habe ich in einem schönen Hotel 2 Tage verbracht und bin zum Angeln mit auf den See gefahren. Da ich keine Ahnung davon habe, habe ich nur zugeschaut. Über Manna bin ich nach Bengkulu gefahren.

Es ist der 22.07.02 und ich habe 3.125 km zurückgelegt. Ich hatte ein ganz einfaches Zimmer für 20.000 Rp und habe auch gut und lang geschlafen. Ich habe noch 75 Tage und heute Nacht hat es stark geregnet und am nächsten Tag war es sehr warm und sehr schwül. Heute wollte ich 100 km fahren um in eine größere Stadt zu kommen wegen einem Internet Cafe, ich wollte wissen, ob es mit der Geldüberweisung geklappt hat. Das OK war schon im Computer zu lesen. Auf dem Weg nach Padang habe ich mir etwas Zeit genommen. Ich bin einmal mit einem Einbaum 30 km in den Urwald mitgefahren um eine Familie, die vor 20 Jahren noch Kopfjäger waren, zu besuchen, es war sehr interessant. Ich hätte eine Nacht bleiben können, aber ich habe die Menschen nicht verstanden, der Dialekt war so schwer zu verstehen, also bin ich halt wieder mit zurückgefahren, wir waren auch 11 Stunden unterwegs gewesen. Schon die Fahrt mit dem Einbaum war schön zwischen den Bäumen den Wasserlauf entlang zu fahren, die vielen Vögel und immer wieder Affen. Ein Affe hat mir meine Mütze vom Kopf gestohlen. 2 Tage später bin ich mit 20 Frauen in den Urwald gegangen und habe Kautschuk geerntet. In der Schule haben wir gesehen wie es gemacht wird, den Baumstamm einritzen und eine Kokoshalbschale an einen Nagel dran hängen und der Kautschuk läuft langsam in die Schale. Es ist eine mühselige Arbeit und sehr schwer für Frauen, aber in Indonesien arbeiten nur Frauen und die Männer bleiben zu Hause und haben auch nichts zu sagen, das habe ich bei einer Hochzeit erlebt. Ich bin einen Berg runter gefahren und sah viele Fahnen, alle schwarz, rot, gelb, ich dachte, hier ist ein Fest von Deutschen, die hier wohnen. Ein Deutscher war hier, er war aus Bochum und mit einer Indonesierin Verheiraten und die Nichte hat. Hochzeit die Fahnen hat nur etwas mit der Fruchtbarkeit zu tun? Ich bin eingeladen worden und habe bei den Frauen essen dürfen. Die Männer sind in einem anderen Raum gewesen für sich. Die Braut war sehr schön geschmückt und der Bräutigam auch und sie musste 2 Tage so sitzen und die Glückwünsche entgegen nehmen. Über Payakumbuh bin ich nach Pekanbaru gefahren und habe gehofft, dass mein Geld angekommen ist. Als ich in die Bank kam, musste ich mich anstellen, eine Karte ziehen und habe etwa 1 Stunde gewartet, dann ist mir gesagt worden, das Geld ist da, aber in Deutschland wurde vergessen meine Pass Nummer einzugeben, so habe ich auch nichts bekommen. Ich sollte in Deutschland anrufen und die Bank sollte ein Fax schicken mit meiner Pass Nummer. Durch die 6 Stunden Zeitverschiebung ist das Fax erst am nächsten Tag da gewesen aber ich bekam mein Geld. Ich fuhr nach Dumai um nach Malaysia zu fahren. Ich hatte ja nur noch 3 Tage Zeit, am 4. August 2002 lief mein Visum ab. In Dumai angekommen bin ich gleich in den Hafen gegangen und habe mich beim Zoll vorgestellt und man sagte mir, ich habe mein Visum um 1 Tag überzogen, ich musste gleich 20 Dollar bezahlen oder es würde teuer werden, sagte man mir. Ich habe in meinen Reisepass 50.000 Rp gelegt, aber es hat nichts geholfen, ich musste die 20,- Dollar bezahlen die Überfahrt kostete 80.000 Rp und die Fahrt dauerte 3 Stunden, nur diesmal musste ich mein Fahrrad aufs Dach legen und meine Taschen abmachen, denn das Boot war total überfüllt. Bis hier waren es 4.317 km.

Gegen Mittag bin ich in Malaysia angekommen, die Stadt heißt Melaka, eine schöne saubere Stadt, anders als in Indonesien. Die Straßen waren sehr gut und die Autofahrer fuhren nach den Verkehrsregeln, aber der Dreck und Abfall wird auch hier auf die Straße geschmissen, aber nachts wird sauber gemacht. Ich habe ein Hotel gefunden mitten in der City und nicht teuer. Ich muss mich ja erst an die neue Währung gewöhnen: 30,- Ringgit, was wie sich später herausstellte normaler Preis war. Fast alle Hotels sind in chinesischer Hand und die Zimmer sind alle im 1. oder 2. Stock. Ich habe mir die Stadt angesehen und bin in ein großes Kaufhaus (Basar) gegangen und habe eingekauft, um mich auch an das Geld zu gewöhnen, was nicht schwer ist. Ich habe auch Gas Kartuschen für meinen Kocher gefunden und so brauchte ich nicht mehr mit Esprit kochen, es ist einfacher. Ich bin 3 Tage in Melaka geblieben und habe mir überlegt, was ich machen soll: nach Indonesien zurückfahren, aber das muss ich 800 km ein und dieselbe Straße fahren um nach Metan zu kommen, ich hatte ja noch 58 Tage vor mir, so habe ich mich entschieden, nach Singapur zu fahren. Es sind bis dahin 350 km. Ich habe meine restlichen Cheques eingelöst und die Rupin getauscht in Ringgit. Es hat 3 Tage fast nur geregnet und am 4. Tag bin ich los gefahren Richtung Singapur. Die Straßen waren sehr gut, 4spurig und ein breiter Randstreifen für Mopeds und Radfahrer, was sehr gut war, es wurde nicht gehupt wie in Indonesien, und es war sehr flach, die einzigen Steigungen waren die Brückenauffahrten. In Muar hatte ich meinen ersten Aufenthalt. Es waren 40 km und es hat den ganzen Tag geregnet, aber hier ist es genauso heiß wie südlich des Äquators. Am 29. 08. habe ich den Äquator überquert, dieses Jahr schon das zweite Mal, am 13. Januar in Ecuador von Norden nach Süden und in Indonesien von Süden nach Norden und das auf der gegenüberliegenden Seite der Erdkugel. Es war der 7. August 2002 und ich war 70 km vor Singapur, es war schön zu fahren und ich habe mir auch viel Zeit gelassen. In Simpang Renngam habe ich übernachtet, hier ist alles in chinesischen Schriftzeichen. Es gibt hier in Malaysia wie in Singapur 4 Sprachen: Malay, Chinesisch, Indisch und Englisch. Wenn du ein Verkehrsschild siehst: das erste ist in Chinesisch, das zweite in Malay und das dritte in Englisch. Und immer so 1 km auseinander. Am 08. August bin ich Johor Bahru angekommen, es ist die Grenz-Stadt zu Singapur. Ich habe 3 Tage Pause gemacht und hatte auch ein schönes großes Zimmer für 35,- Ringgit das sind etwa 9,25 €.  Malaysia ist auch etwas teurer als Indonesien. Am 11. August bin ich über die Grenze gefahren nach Singapur und was mir sofort aufgefallen ist, ist die Sauberkeit hier. Ich bin in die City gefahren 40 km und bin gegen Mittag angekommen, ich habe 100,- Euro gewechselt und habe was gegessen, nicht ganz billig, aber wenn man sich auskennt geht es nach 2 Tagen, bis ich durchgeblickt habe. Die Nacht habe ich auf einer Bank geschlafen mitten in der City und es war taghell, denn die Geschäfte haben 24 Stunden geöffnet. Hier ist es auch nicht gefährlich, denn überall ist die Polizei zu sehen. Sehr sauber war es auch an einem Papierkorb, da haben 10 Leute gestanden und haben gewartet bis der volle Papierkorb geleert wurde und dann haben sie ihren Abfall reingeworfen. Ich war 12 Tage in Singapur, es war schön und ich habe viele Freunde kennen gelernt. Am schönsten war es am Strand, wo ich die meiste Zeit verbracht habe und auch geschlafen habe. Morgens ab 5 Uhr kamen die Jogger und die Chinesen mit Schwertern und machten Gymnastik, es war schön mit zuzusehen, aber das kennen wir ja von den Chinesen aus dem Fernsehen. In einem Restaurant habe ich auch einmal versucht mit Stäbchen   zu essen wie die Chinesen, aber unmöglich, sie waren schneller mit dem Essen fertig wie ich mit Messer und Gabel, erstaunlich! Noch 42 Tage und es war der 19. August und ich wollte morgen Richtung Norden fahren  nach Thailand, aber zuerst ging es nach Mersing und von da ab ging es nur am Strand entlang. Die Strecke ist etwa 600 km lang, am Strand, wo ich auch immer geschlafen habe, war ich immer die einzige Person, der Sand sauber, das Wasser klar und  etwa 32° warm. Morgens konnte ich nackt baden und bin im Meer tauchen gewesen und habe Korallen und viele von den bunten Fischen gesehen, wunderbar, am liebsten würde ich für immer hier bleiben. Ich werde immer gefragt, wo es am schönsten ist, ich sagte, überall ist es schön, ob in Südamerika, Australien oder Europa, ich sagte auch, die Erde ist meine Heimat! In Mersing konnte ich im Hotel meine Sachen wieder einmal waschen und da es sehr heiß war, trockneten auch die Sachen schnell. Am nächsten Tag bin ich sehr früh losgefahren, denn ich glaube, hier ist es wärmer als in Indonesien, ab 12:00 Uhr stand die Sonne genau über mir und es war so heiß, dass ich öfters Pausen einlegen musste am Mittag. Aber wie immer abends vor dem Einschlafen war alles vergessen, nur die Moskitos nicht, das war ein großes Problem aber auch damit bin ich fertig geworden. Ich bin entlang der Küste gefahren, kein Hügel nur ebene Strecke, schöne breite Straßen und ein breiter Randstreifen, gut mit dem Fahrrad zu fahren über Kuantan, Cuka, Kuala Terengganu bis Kota Bahru, das liegt an der Grenze zu Thailand. In Kota Bahru wollte ich im Freien auf einer Bank schlafen, aber es kam die Polizei und sagte, es sei zu gefährlich hier, ich sollte doch in ein Hotel gehen, was ich auch gemacht habe, es hat 25,00 Ringgit gekostet, das war Ok. Am nächsten Tag bin ich nach Thailand über die Grenze gefahren, wo ich 2 Tage blieb. Endlich habe ich wieder Frauen ohne Kopftücher gesehen, man hat gemerkt, dass man in Thailand ist (freizügige Frauen)! Als ich wieder nach Malaysia kam, bin ich eine neue Straße Richtung Westen gefahren. Jeder hat mir abgeraten, es wäre zu gefährlich alleine mit dem Fahrrad zu fahren, es sind 300 km bis Bandar Baharu. Aber wer mich kennt, weiss, dass ich erst recht fahren werde. Es ging in die Berge, etwa 2000 m hoch, wo es nachts auch kalt wurde und viel geregnet hat (Wetter wie in Deutschland). Hier leben auch keine Menschen, es gibt kein Telefon und keine Parkplätze, wo man schlafen kann, auch freilaufende Elefanten und Tiger soll es geben, ich habe aber nichts gesehen. Im Tal sah ich einige Feuerstellen, wo bestimmt Menschen wohnen, was ich immer hörte, waren die Affen und die Kreissägen! Am Abend ist dann immer die Polizei gekommen und hat mir geholfen einen Platz  zum Schlafen zu suchen, das fand ich super. Ich musste am Anfang viel schieben, aber das war ich ja gewöhnt. Als ich am höchsten Punkt war ging es 50 km nur bergab, das hat gut getan. Es war Samstag und Nationalfeiertag, kaum Verkehr, die Straße also für mich allein, es war wie beim Ski laufen, ich bin manchmal über 60 km/h gefahren. Als ich unten ankam, war da eine großer See und es wurde auch gleich wieder sehr heiß! Ich habe meine Schwester angerufen und ihr gesagt, sie soll 400,- € nach Klang auf die Bank schicken, die Adresse schickte ich per E-Mail. Ich hatte noch 23 Tage vor mir. Geschlafen habe ich im Freien an den Bushaltestellen, nur  musste ich früh aufstehen, denn um 07:00 Uhr kamen die Schulkinder und die mussten mich ja nicht schlafend sehen. Ich habe mir morgens immer Kaffe gekocht und manches Kind hat mit mir getrunken, denn der Bus ist nicht so pünktlich wie bei uns. In Klang bin ich am 6. September 2002 angekommen und bin gleich zur Bank gegangen, aber das Geld war noch nicht da. Ich sollte morgen wieder kommen, vielleicht wäre es dann da! Ich bin nach Kuala Lumpur gefahren, das sind etwa 30 km und ich habe mir den höchsten Turm angesehen. Ich wollte  über die Treppe hoch gehen aber es war geschlossen. So habe ich auf einem Kinderspielplatz geschlafen. Um 11:00 Uhr ist ein Moslem zu mir gekommen und wollte mit mir beten und hat mir aus dem Koran vorgelesen und mir erzählen wollen, Gott lebt. Ich habe ihn reden lassen und habe 2 Stunden schön zugehört. Was ich darüber gedacht habe, geht niemand etwas an. Am nächsten Tag war ich um 11:00 Uhr auf der Bank (Maybank) und sie sagten, das Geld war da, aber sie haben es wieder nach Deutschland geschickt weil die Adresse nicht richtig war. Ich war so sauer und sagte, ihr wusstet doch, dass ich auf Geld warte. Aber da so viel Sicherheitspersonal da war, bin ich gegangen und 100 km zum Flughafen gefahren und wollte nur meinen Flug von Medan nach Kuala Lumpur stornieren, so fragte ich, wann der nächstmögliche Flug nach Deutschland gehe: Ich bekam zur Antwort, wenn ich will, heute Abend um 23.55 Uhr und so bin ich schon am 08. September 2002 nach Hause geflogen.

 

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Stand: 02. September 2004